So einfach ist PR beim Thema Umwelt

Einen nicht untypischen Tag als Wissenschaftsjournalist erlebte ich am Donnerstag.

Morgens fand ich diesen Artikel, der von Kollegen bei Twitter gepostet wurde. Er warnt davor, dass sich Wissenschaftsjournalisten zum Büttel der Medizinforschung machen würden:

Dann schaute ich, über was Medien gerade so berichteten. Häufig wurde über diese Studie geschrieben, die am Mittwochabend veröffentlicht wurde. Sie brachte neue Zahlen zum Eisverlust von Grönland:

Abgekündigt worden war die Studie mit einer Pressemitteilung:

Und noch einer:

Das Problem war, dass eine Studie 2014 weitaus größere Eisverluste in Grönland berechnet hatte als die neue Studie; die Aussage der Pressemitteilungen – „mehr als gedacht“ – war also unstimmig:

Dennoch setzte sich die Pressemitteilung durch – die alarmierende Botschaft animierte viele Medien; es gab zahlreiche Artikel mit entsprechenden Schlagzeilen oder entsprechender Aussage, zum Beispiel:

Der Hinweis auf solche Unstimmigkeiten…

bringt einem vorhersehbar den Vorwurf eines Klimawandelverharmlosers ein.

Ergebnisse:

1) PR zahlt sich aus beim Thema Umwelt.

2) Medienberichte, die nicht weiter eskalieren, gelten dabei als Verharmlosung.

Nicht neu, aber schade.