Archiv für den Monat: Oktober 2015

Apuz

Kommen Sie mir bloß nicht mit Nachhaltigkeit – meine Kritik am Umwelt-Etikettenschwindel

Der Gemüseladen am Ende meiner Straße hatte keine Bananen mehr. „Habt Ihr keine Bananen mehr?“, fragte ich den Verkäufer. „Doch, da hinten liegen noch welche.“ Er wies auf einen Strauch schwarzer Stummel. „Die sind aber doch etwas, naja, überreif“, sagte ich. „Die sind bio“, entgegnete der Verkäufer prompt. Kurz blickten wir uns an, dann lachten wir laut. Der Spaß ist, dass man in unserem sich fortschrittlich gebenden Stadtteil mit dem Präfix „Bio“ fast alles verkaufen kann.

Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ in der öffentlichen Debatte. Das einst erhabene Wort hat sich zu einer Werbefloskel gewandelt. Sie gehört zur PR-Strategie zahlreicher Unternehmen, denen greenwashing vorgeworfen wird. Ich verwende den Begriff deshalb in meinen journalistischen Berichten allenfalls in Zitaten. Denn welche Information erhalten Leser, wenn Wissenschaftler eine „nachhaltige Entwicklung“ fordern oder Politiker „mehr Nachhaltigkeit“ versprechen? Keine. Jeder versteht etwas anderes unter Nachhaltigkeit. Weiterlesen

Scheitern Demokratien am Klimawandel?

Manche Forscher halten Demokratien für ungeeignet, um den Klimawandel zu stoppen. Sie glauben, Autokraten könnten Umweltschutz besser durchsetzen. Der Soziologe Nico Stehr widerspricht: Durchwursteln sei die beste Methode, sagt er in meinem Interview. Weiterlesen